Pilgerreise ins Heilige Land 03.12.2009 - 10.12.2009
In einer Woche durch das Kirchenjahr
Am 3. Dezember um 02:00 Uhr morgens machten sich, unter der Begleitung von Pfarrer Markus Pohl,
28 Pilger aus der Gemeinde St. Michael und aus Heilig Kreuz Burbach im Siegerland auf den Weg ins Heilige Land.
Auf dem Flughafen in Tel Aviv wurden wir von unserer Reiseleiterin Tati herzlich empfangen. Weiter ging es mit dem Bus nach Tiberias in Galiläa, wo wir zwei Tage im Gästehaus Casa Nova untergebracht waren und bereits am ersten Abend, nach der Messfeier, am Ufer des Sees Genezareth spazierten.
Am 2. Tag besuchten wir Caesarea am Mittelmeer, wo die Ausgrabungen aus der Zeit des Herodes und ein Römisches Theater zu sehen sind. Dort fand man auf einer als Stufe wieder verwendeten Steinplatte eine Weiheinschrift mit dem Namen von Pontius Pilatus, die als erste Bezeugung des römischen Statthalters zur Zeit der Passion Christi gilt. Anschließend Fahrt in das Karmelgebirge mit Besuch des Karmelitenklosters und nach Muchraka, der traditionellen Opferstätte des Propheten Elija, und Messfeier. Auf dem Rückweg schauten wir von einem Aussichtspunkt auf die Hafenstadt Haifa mit einem Blick auf den Baha´i Gärten und die ehemalige deutsche Kolonie.
Am 3. Tag wurden die Stätten rund um den See Genezareth angefahren. An Magdala vorbei, erreichten wir zuerst den Berg der Seligpreisungen mit wunderschönem Panoramablick über den See und gingen zu Fuß zur Primatskapelle am Seeufer ( Joh 21,1) sowie zum Ort der Brotvermehrung nach Tabgha (Mk 6,32-46). Anschließend feierten wir eine Hl. Messe in der Kirche über dem Haus von Simon Petrus im Kapernaum. Während einer Bootsfahrt auf dem See hörten wir Worte der Evangelien „Der Sturm auf dem See..." und „Der Gang Jesu auf dem Wasser". In darauf folgender Mittagspause genossen viele den sog. 'Petrus Fisch'. Kurz danach erreicht unsere Gruppe die Taufstelle am Jordanfluss und alle erneuern ihr Taufversprechen, und bevorraten sich als Andenken mit Jordanwasser. Weiter führt uns der Weg nach Cana - Heiligtum des ersten Zeichens mit Besuch der Hochzeitskirche, wo Jesus das erste Wunder vollbrachte und alle Ehepaare einen Segen vom Pfarrer Pohl empfangen durften.
Der Tag endet mit der Unterbringung im Casa Nova in Nazareth gegenüber der Verkündigungsbasilika und Teilnahme an der Lichterprozession.
Tag 4 beginnt mit einem Spaziergang durch das Handwerkerviertel und Besuch der griechisch-orthodoxen Gabrielkirche. Es folgt die Fahrt auf den Berg Tabor, wo Jesus verklärt wurde ( Lk 9,28-36) - von dort herrlicher Blick auf die Stadt Nain, wo ein toter Junge von Jesus zum Leben erweckt wurde. Zurück in Nazareth feiern wir die Hl. Messe in der Verkündigungsbasilika, wo der Engel Maria die frohe Botschaft brachte. In ihrer Nähe befindet sich auch die Josefskirche mit seiner Arbeitsstätte.
Tag 5 früh machten wir uns auf nach Bethlehem durch die Wüste Judäa durch das palästinensische Autonomiegebiet und an der Grenze von Jordanien entlang. Unterwegs machten wir einen Abstecher ans Tote Meer, wo fast alle die Gelegenheit für eine Wellnesskur nutzten. Die Weiterfahrt bringt uns nach Bethanien zum Lazarusgrab, von wo wir dann direkt zu den Hirtenfeldern (die eigentlich keine mehr sind!) gelangen. Bethlehem = das Haus des Brotes/Fleisches - empfängt uns mit Regenwetter. Nun feiern wir die Geburt Christi und singen das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht...", das Wort ist Fleisch geworden und wird uns in Gestalt des Brotes geschenkt, und das passierte HIER ( HIC ). Alle Teilnehmer waren von der Atmosphäre ergriffen und hatten Schwierigkeiten, ihre Glückseligkeit in Worte zu fassen.
Hier übernachten wir in der Abrahams Herberge, wo wir abends der Ehefrau des evangelischen Pfarrers begegnen, die uns von ihrer Arbeit in Betlehem berichtet.
6. Tag Auf nach Jerusalem
Die Fahrt führt uns nach Bethphage - Einzug auf dem Esel. Anschließend zum Ölberg. Von dort ein herrliches Panorama der Altstadt im Morgenlicht. Zu Fuß geht's weiter zur Himmelfahrtsmoschee, wo noch der Fußabdruck Jesu zu sehen ist, und zur Paternoster-Kirche, deren Wände mit Tafeln/Mosaiken des Vaterunsergebetes in verschiedenen Sprachen geschmückt sind.
Die Eucharistiefeier in der Dominus-flevit-Kapelle gehört erlebnismäßig zu den Höhepunkten dieser Pilgerreise, als es heißt: „Als Jesus Jerusalem näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt..."
Weiter geht´s zum Garten Gethsemane, zur Kirche der Nationen und zum Mariengrab.
Durch das Stephanstor erreichen wir die Altstadt und beten den Kreuzweg (Via Dolorosa), der uns durch enge Geschäftsgassen schließlich in die Grabeskirche führt. Christen aller Nationen begegnen sich hier und feiern die Auferstehung Christi. Wir beteiligen uns an einer Prozession der Franziskaner innerhalb der Grabeskirche, beten an verschiedenen Altären.
7. Tag Ein weiterer Höhepunkt ist die Frühmesse in lateinischer Sprache am Grab Jesu Christi.
Danach besichtigen wir den Abendmahlsaal auf dem Zionsberg und treffen anschließend den Abt der Benediktiner in der Dormitio-Abtei. Als nächstes steigen wir die historischen Treppenstufen zur Kirche St. Petrus in Gallicantu (wo uns der Hahn an die dreimalige Verleugnung Petrus erinnert) hinauf. Es geht weiter mit dem Bus nach Ein Karem, dem Geburtsort Johannes des Täufers, und Besichtigung der St. Johannes- und Magnificat-Kirche.
Am 8. Tag bereiten wir uns auf die Heimreise vor, es bleibt aber noch Zeit, die Kirche St. Anna mit dem Teich Bethesda und den Tempelberg zu besichtigen.
Auf dem Weg nach Tel Aviv singen und beten wir zum Abschluss in Emmaus, wo sich Jesus den Jüngern beim Brotbrechen zu erkennen gab.
Während wir buchstäblich den Spuren Jesu folgten, war diese Reise für einige ein Weg der Annäherung an Jesus oder der Erkundung der Wurzeln unseres christlichen Glaubens. Dabei kam in manchen von uns das Gefühl hoch, eine menschliche Brücke für Frieden und Versöhnung zu sein, oder am Mosaik religiöser Geschichte teilzuhaben, die jede Ecke dieses Heiligen Landes inspiriert. Trotz der tiefen persönlichen Natur des Erlebens, lässt die Pilgerreise selbst alle Gläubigen eins werden. Es eint sie in Christus, im Glauben.
Ganz glücklich und erfüllt von all dem Erlebten, versuchen wir nun wieder im Alltag anzukommen. Schwer ist es. Wir sind dankbar;
- dass wir mit Pfarrer Pohl mitreisen durften und von ihm auf dieser Pilgerreise begleitet und betreut wurden
- für die Feiern der Hl. Messe, besonders den Höhepunkt unmittelbar am Grab des Herrn
- für die vielen Infos, die passenden Stellen aus Altem und Neuem Testament
- die super Predigten oder auch das Schweigen, wenn es angebracht war und das Singen, wenn das Herz übervoll war
Dankbar sind wir aber auch untereinander, nette Begegnungen fanden statt, gute, tiefe Gespräche und eine gute Gebetsgemeinschaft waren sehr schnell möglich, aber auch viel Spaß in froher Geselligkeit kam nicht zu kurz. Rundum war es eine sehr gute, segensreiche, beeindruckende Woche, die wir alle bestimmt niemals vergessen werden.
In Psalm 137 steht: Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem
dann soll mir die rechte Hand verdorren.
Die Zunge soll mir am Gaumen kleben,
wenn ich an dich nicht mehr denke,
wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe.
Isabella Kapinos, Oerlinghausen
